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01.03.2022, 00:00:00

Werte des Bestandes sichtbar machen

Bei dem Umbau des Goldhofer Hauses in Memmingen zu einer modernen Kindertagesstätte wurden Erhalt und Erneuerung vereint. Die Gewinner des ausgeschriebenen Wettbewerbs waren die Planer von heilergeiger architekten und stadtplaner BDA. Für die Karoline Goldhofer Stiftung war es besonders wichtig, dass der Bestand soweit es geht erhalten bleibt und gleichzeitig mit nachhaltigen Werkstoffen gebaut wird. Bei der Gestaltung der Gebäudehülle fiel die Wahl der Architekten daher auf Polycarbonatpaneele von Rodeca. Sie sind lichtdurchlässig und können gleichzeitig als Energiespeicher funktionieren.

Altes und Neues gekonnt miteinander verbinden: Dieser Aufgabe stellten sich die Architekten Heiler und Geiger bei dem Projekt in Memmingen (Bayern). So sollte hier die alte Goldhofer Villa der gleichnamigen Stifterfamilie aus den 1960er Jahren ein wesentlicher Bestandteil der an dieser Stelle geplanten neuen Kindertagesstätte Karoline Goldhofer bleiben. Das Architekturbüro aus Kempten im Allgäu orientierte sich entsprechend dem Stiftungswunsch an dem Grundsatz der Reggio-Pädagogik - Vorhandenes wertzuschätzen und Gebrauchtes wiederzuverwenden. Auf diese Weise vermitteln sie maßgeblich das Bewusstsein für zirkuläres und ressourcenschonendes Bauen. Das bereits existierende Wohnhaus sowie die anliegende Garage und der Pool blieben im Kern bestehen. Die Altbauten wurden vorerst freigelegt und sind nun Teil des neuen Grundrisses. Eine besondere Herausforderung bestand darin, den Bestand des alten Wohngebäudes soweit wie möglich zu erhalten und nicht mit wärmedämmenden Maßnahmen zu überziehen.

Neue Räume schaffen
Um dies zu lösen, wurden transluzente Polycarbonatpaneele von Rodeca eingesetzt. Die neue Gebäudehülle verbindet die erhaltenen Strukturen und schafft eine neue und freie Raumaufteilung. Der frühere Außenbereich wurde auf diese Weise zu neuem, wertvollen Innenraum für das gemeinschaftliche Zusammensein umgestaltet. Das Herzstück der Kita ist die Piazza im Eingangsbereich des Gebäudes. Durch den neu gewonnenen Platz ist ein multifunktioneller Raum entstanden, der den Kindern täglich die Möglichkeit bietet zu entscheiden, was sie am Tag machen möchten. Die kleineren Bestandsräume werden als Gruppen- und Nebenbereiche genutzt.

Design-Aspekt
Für die Gebäudehülle wurden Polycarbonatplatten in den Ausführungen Kristall und Opal eingesetzt. Sie weisen verschiedene Transluzenzgrade auf. Dadurch wird unterschiedlich viel Licht in das Gebäudeinnere gelassen. Auf diese Weise entsteht nicht nur ein abwechslungsreiches Lichtspiel, sondern auch der Energiedurchlass wird passgenau reguliert. Bodentiefe Fenster und Türen aus Glas, die in die Lichtbauelemente eingelassen wurden, schaffen einen weitläufigen Ausblick in die umliegende Natur. Das Material verleiht dem Gebäude von außen eine starke architektonische Ausstrahlung, während es von innen zusätzlich die Vorzüge der Umgebung betont.

Energiegewinnung durch kybernetisches Zusammenspiel
Das Projekt überzeugt auch durch sein intelligentes Energiekonzept, bei dem mehrere Mechanismen ineinandergreifen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sammelt Strom für Haushalt, Beleuchtung, Heizung und Warmwasser. Die Zuluft wird durch eine Regenwasserzisterne gekühlt. Damit die Polycarbonatpaneele ihren Teil zu der regenerativen Energiegewinnung beisteuern, wurde bereits in der Planungsphase eine dreidimensional-thermodynamischen Simulation über einen Zeitraum von 365 Tagen durchgeführt. Die Ergebnisse des nach dem Umbau erfolgten Monitorings bestätigten erneut die Eignung der Polycarbonatpaneele für das Energiekonzept. Auf der Südseite des Gebäudes wurden die Paneele als Doppelfassade eingesetzt. In dieser Ausführung sorgen sie dort für einen besonders hohen Wärmeschutz. Gleichzeit fungieren die Lichtbauelemente passiv als solarer Kollektor. Sie speichern das natürliche Licht als Energiequelle und geben diese über Wärmetauscher an die Haustechnik weiter. Klappenöffnungen im oberen Bereich der Polycarbonatfassade dienen dem zusätzlichen Belüften der Räume sowie der Luftspülung der Paneele. Die konstruktive Bauweise ermöglicht einen Eigenverbrauch des PV-Stroms von 100 Prozent sowie einen regenerativen Anteil beim Heizen und Kühlen von 82 Prozent. Auch der CO2-Verbrauch wurde nach der Fertigstellung der Kita überprüft und liegt wie geplant bei nur 4,98 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/ m²a) - das entspricht bereits heute dem Klimaziel für 2050.

Dreier-Kombination der bewährten Lichtbauelemente
Bei der Kita Karoline Goldhofer wurden gleich drei Produ



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