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Kundenbewertung durch Bonitätsauskunft minimiert den Forderungsausfall

Schlechte Zahlungsmoral, Insolvenzen und Konkurse sind Themen, die nicht nur Schlagzeilen machen, sondern auch im Unternehmensalltag seit langem Einzug gehalten haben. Selbst kleine und mittlere Unternehmen setzen sich vermehrt mit der Bonität Ihrer Kunden auseinander.

Warum ist die Prüfung gerade jetzt wichtig, wenn die deutsche Wirtschaft dazu im zweiten Quartal das kräftigste Wachstum seit fünf Jahren verzeichnet? Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilte, stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2006 um 0,9%. Ein derart starkes Wachstum vermeldete das Statistische Bundesamt letztmals im ersten Quartal 2001.

Zahlungsverzug im Vergleich der Branchen
Das überaus kräftige Wirtschaftswachstum hat sich auch im Zahlungsverhalten der Unternehmen niedergeschlagen. Elf von insgesamt sechzehn untersuchten Branchen haben ihr Zahlungsverhalten im zweiten Quartal verbessert. Die deutlichste Verbesserung verzeichnen die Branchen der Zeitarbeit / Personalverleih, des Verlags- und Druckgewerbes sowie der Telekommunikation und Informationstechnologie.

Im verarbeitenden Gewerbe nimmt die Chemische Industrie beim Zahlungsverhalten weiterhin die Spitzenposition ein. Die Chemieunternehmen haben ihre Rechnungen im zweiten Quartal 11,4 Tage nach Fälligkeit bezahlt. Der Maschinenbau und die Stahl- und Metallindustrie weisen im Vergleich zum ersten Quartal keine Veränderung auf. Die Elektroindustrie hat als einzige Branche des verarbeitenden Gewerbes ihr Zahlungsverhalten mit einem Minus von 0,5 Tagen gegenüber dem ersten Quartal deutlich verbessert. Verantwortlich für die Stagnation im Zahlungsverhalten des Verarbeitenden Gewerbes könnte der etwas an Schwung verlierende Export sein, der in den vergangenen Jahren der Wachstumsmotor war und die Branchen des verarbeitenden Gewerbes beflügelte.

Als wichtiger Anhaltspunkt für die Belebung gibt das Zahlungsverhalten Aufschluss über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens und einer Volkswirtschaft. Liquiditätsprobleme äußern sich im Zahlungsverhalten. Ein drohender Zahlungsausfall eines Unternehmens aufgrund Zahlungsunfähigkeit zeigt sich im Zahlungsverhalten meist schon Monate vor dem tatsächlichen Insolvenzfall.

Zahlungsverzug im europäischen Vergleich
Gemäß einer Studie zum Zahlungsverzug vom Herbst 2006, die den Zahlungsverzug in 13 europäischen Ländern ermittelte, liegt Deutschland mit einem Indexwert von 154 im Mittelfeld. Zum Vergleich: Ein Indexwert von 100 Punkten würde bedeuten, dass kein Zahlungsrisiko besteht, da die Zahlungen pünktlich und vollständig innerhalb der vereinbarten Fristen erfolgen. Mit 126 liegt Finnland an erster Stelle, Schlusslicht ist Portugal mit einem Wert von 184. Im Vergleich der Regionen in Europa liegen skandinavischen Ländern mit durchschnittlich 129 Indexpunkten und selbst die großen europäischen Wirtschaftsnationen wie Frankreich und Großbritannien mit 143 beziehungsweise 148 Indexpunkten unter den Zahlungsrisiken in Deutschland.
Deutsche Unternehmen müssen durchschnittlich 15 Tage über das eigentliche Zahlungsziel hinaus warten, bis ihre Rechnungen bezahlt werden. Und rund 2,2 Prozent ihrer Forderungen müssen sie komplett als Verlust abschreiben.

Die Studie hatte ebenfalls bereits im Herbst 2006 einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen prophezeit. Jedoch sind die Risiken bei den Geschäftskunden gesunken.
Interessant dazu erscheint, wann Unternehmen auf Zahlungsverzug mit einem Lieferstopp reagieren. Auch hier zeigt sich die Parallele zum Zahlungsverzug. Finnische Unternehmen stoppen bereits nach 41 Tagen weitere Lieferungen, Portugal erst nach 100 Tagen. Deutschland liegt mit einem Schnitt von 74 Tagen im Mittelfeld.

Die globale Verfügbarkeit von Bonitätsauskünften und Zahlungserfahrungen gerade im Groß- und Einzelhandel ist bekanntermaßen ein Kriterium für den wirtschaftlichen Erfolg. Dennoch liegt gemäß der oben erwähnten Studie die Entscheidung eines Lieferstopps mit ca. 60 % in den Händen der Geschäftsleitung.
An zweiter Stelle liegt mit 37 % die Befugnis im Finanzbereich und lediglich bei 19 % der Unternehmen im Aufgabenbereich der Verkaufsverantwortlichen. Eine automatisierte, IT-basierte Leistungseinstellung wird von lediglich 11% der Unternehmen eingesetzt. Je größer ein Unternehmen so die Studie, desto stärker wird die Entscheidungskompetenz in den Finanzbereich delegiert. Bei 69% der Unternehmen bis 50 Mitarbeitenden entscheidet die Geschäftsleitung, bei mehr als 250 Mitarbeitenden beträgt der Anteil nur noch 30%.

Rückgang von Insolvenzfällen?
Aktuelle Daten sprechen dazu eine eindeutige Sprache! Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen ging in den letzten Monaten stark zurück. Jedoch ist der Umfang der Zahlungsausfälle mit geschätzten 15 Milliarden immer noch auf einem hohen Niveau. Dramatisch stellen sich im Gegensatz dazu die Verbraucherinsolvenzen dar, die mit einem starken Anstieg ein Rekordniveau erreichen. Der Anstieg erklärt sich soweit, dass es zu Rückstaus bei den Beratungen in den Schuldnerberatungsstellen kam. Die Wartezeit liegt hier bei bis zu zwei Jahren für einen Beratungstermin und folgend damit der Durchführung eines außergerichtlichen Insolvenzverfahrens. Beiden Entwicklungen und damit einhergehenden Zahlungsausfällen können Unternehmen ebenfalls mit aktuellen Bonitätsauskünften und Zahlungserfahrungen vorbeugen.

Gerade im Handel kann eine Verschlechterung der Zahlungsmoral der Kunden sehr schnell zu Verzögerung in der Zahlung und damit zu Liquiditätsengpässen führen. Verfügt ein Unternehmen über die notwendigen Informationen, so kann schnell gegen gesteuert werden. Oft werden in jahrelangen Geschäftsbeziehungen die Augen gegenüber einer Verschlechterung des Zahlungsverhaltens eines Partners verschlossen. Vor dem Zahlungsausfall klug zu sein heißt die Devise.

Nutzung von Sanktionslisten im weltweiten Handel
Im Zuge der weltweiten Terrorismus-Bekämpfung hat die Europäische Union mit zwei Verordnungen zur Bekämpfung von Terroristen umgesetzt. Diese Verordnungen verbieten es, terroristischen Organisationen und Einzelpersonen im In- und Ausland Vermögenswerte und Finanzdienstleistungen bereitzustellen. Betroffen sind alle am Wirtschaftsleben beteiligten Personen, ex- und importorientierte Unternehmen, Banken und Versicherungen. Nach aktueller Rechtssprechung sind Geschäfte mit sanktionierten Personen und Institutionen strafbar. Die Konsequenzen daraus gehen von wirtschaftlichen Geldbußen bis zu 500.000,00 ? oder Freiheitsentzug.

Nicht in allen Unternehmen sind offenbar die komplizierten Kontrollmechanismen bereits eingerichtet worden. Die Probleme sind nachvollziehbar: Kontrollen gegenüber einzelnen Embargoländern oder bestimmten Embargowaren sind organisatorisch darstellbar und in der Vergangenheit auch erfolgreich praktiziert worden.

aufgenommen am:
10.08.2012
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